Häufig gestellte Fragen zur Handyortung

Häufig gestellte Fragen zur Handyortung

    Durch immer neue Skandale der Geheimdienstorganisationen verschiedener Länder machen sich Nutzer um ihre eigenen Daten heute deutlich mehr Gedanken. Neben persönlichen Daten ist dabei auch die Standortbestimmung bei Smartphones ein Thema. Doch was genau ist dort eigentlich möglich und wie können Nutzer sich dagegen wehren?

    Können Mobilfunkbetreiber ihre Nutzer orten?

    Der Mobilfunkbetreiber selbst kann generell alle seine Nutzer orten. Dazu fragt er einfach ab, an welcher Zelle sich ein Teilnehmer gerade angemeldet hat. Dieses Prinzip funktioniert, sobald die Einwahl in das Netz erfolgt ist, allerdings ist die Genauigkeit sehr viel geringer als per GPS. Je nach Standort können Ungenauigkeiten von mehreren Hundert Metern entstehen.

    Zum Teil geben die Provider die Standortdaten ihrer Nutzer weiter, allerdings halten sie sich dabei an geltende Gesetze. Erhalten zum Beispiel Entwickler von Navigationssystemen die Daten, so geschieht dies stets nur in anonymisierter Form. Es ist dadurch also nicht möglich, ein genaues Profil zu erstellen und jenes einer bestimmten Person zuzuordnen. Die direkte Ortung von Personen ist nur in Ausnahmefällen erlaubt und kann dann auch nur von Behörden beauftragt werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Person über einen längeren Zeitraum vermisst wird.

    Mit dem gleichen System ist es prinzipiell auch möglich, das eigene Handy aus der Ferne zu orten. Das ist beispielsweise nützlich, um es nach einem Diebstahl wiederzufinden. Dazu ist es jedoch zwingend nötig, vorher eine entsprechende Vereinbarung mit dem Mobilfunkdienstleister zu treffen. Diese Einwilligung muss in jedem Fall schriftlich vorliegen, ein Anruf bei der Hotline reicht also nicht aus. Außerdem beteiligt sich auch nicht jeder Provider an einem solchen Programm. Bei E-Plus gibt es für Privatkunden keinerlei Möglichkeit, an Standortdaten heranzukommen.

    Was wissen Google, Apple und Co über meinen Standort?

    Die Situation bei den Herstellern von Smartphones ist eine völlig andere. Gerade Apple und Google können Nutzer bis auf wenige Meter genau orten. In der Vergangenheit zeigte sich auch, dass genau diese Daten gespeichert und weiterverwendet werden. In der Regel nutzen die Hersteller sämtliche Technologien, die in einem Smartphone zur Verfügung stehen. Der Standort wird also vornehmlich per WLAN und GPS abgefragt. Seit einiger Zeit werden die Daten jedoch verschlüsselt und Privatnutzer haben nur in seltenen Fällen Zugriff darauf. Außerdem lassen sich GPS und WLAN auch abschalten, sodass es erst gar nicht zu einer Ortung kommen kann.

    Wie verhindere ich eine Ortung bei meinem Smartphone?

    Wer sich nicht gerne orten lassen möchte, hat bei Smartphones mit Android, iOS oder Windows Phone gleich mehrere Möglichkeiten, um eben dies zu verhindern. Beim iPhone lässt sich die Standortbestimmung in den Einstellungen beispielsweise komplett unterbinden. Auch Apps von Drittanbietern können derlei Informationen dann nicht mehr auslesen. Darüber hinaus ist es auch möglich, den Zugriff für einzelne Apps zu regeln. Auf diese Weise wäre es zum Beispiel denkbar, dass eine Navigationssoftware den Nutzer lokalisieren darf, nicht jedoch die App von Facebook oder Ähnliches.

    Bei Android und Windows Phone verhält es sich ähnlich, allerdings erlaubt Android es seinen Benutzern sogar, den Zugriff auf einzelne Schnittstellen festzulegen. Wer möchte, kann also die Verwendung von Standortdaten nur für GPS oder WLAN erlauben.

    Die Ortung durch den Mobilfunkbetreiber und somit auch GSM-Ortungsdienste wie www.handyorten.com lässt sich jedoch nicht verhindern. Denn diese ist schon mit dem Einwählen in das Netz gegeben. Die einzige Möglichkeit wäre in diesem Fall also der Flugzeugmodus. Allerdings schränkt das natürlich auch die Funktionalität eines Smartphones ein, da dann weder Anrufe, noch SMS oder die Verwendung des mobilen Internets möglich ist.

    Muss ich mir Sorgen um meine Daten machen?

    Grundsätzlich ist das Gefahrenpotenzial durch Standortdaten sehr gering. Gerade heute geschieht dies fast ausschließlich anonymisiert und in strengen gesetzlichen Rahmen, sodass sich die meisten Nutzer keinerlei Gedanken machen müssen. Trotzdem gilt hier wie immer im Umgang mit den eigenen Daten das Gesetz der Sparsamkeit. Das heißt, dass es empfehlenswert ist, die eigenen Daten soweit wie möglich für sich zu behalten. Moderne Smartphones bieten dazu auch viele Möglichkeiten und wer sich etwas damit auseinandersetzt, findet leicht den passenden Kompromiss für den eigenen Alltag. Zum Schluss sei noch gesagt, dass sich ausgeschaltete Handys entgegen mancher Gerüchte nicht orten lassen. Weder Mobilfunkbetreiber, noch Hersteller oder Geheimdienste können in irgendeiner Form an Daten gelangen, wenn sich das Gerät einfach nicht im Netz befindet.

    Titelbild © cunaplus – shutterstock.com

    Categories: Allgemein

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