Geocaching: Mit dem Handy auf Schatzsuche

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    Geocaching ist einer der heißesten Trends dieses Jahrzehnts für Abenteurer, junggebliebene Spielkinder und Sportler. Bei dem einer Schnitzeljagd nicht unähnlichen Abenteuer geht es darum, versteckte Boxen, die sogenannten “Cashes”, mithilfe eines Smartphones oder GPS-Gerätes zu finden. Diese gibt es dank der mittlerweile recht großen Geocaching-Szene so ziemlich überall, der geneigte Abenteurer kann sich also auf Ausflügen immer eine Schatzssuche organisieren, völlig egal wo er gerade sein mag. Was zuerst nach einer stumpfen Beschäftigung für Kinder klingt, hat eine Menge Tiefgang und kann sogar zu einer Extremsportart werden.

    Die Geschichte des Geocaching

    Das Geocaching als solches ist noch nicht besonders alt, da es natürlich erst durch die technischen Durchbrüche des 21. Jahrhunderts überhaupt erst möglich geworden ist. Doch auch vorher gab es abenteuerlustige Schatzssucher – Geocaching lässt sich auf das sogenannte “Letterboxing” zurückführen, das bereits im 19. Jahrhundert vielerorts praktiziert wurde und bei dem es darum ging, mit einem Kompass und einigen Hinweisen versteckte Schätze zu finden. Als im Mai des Jahres 2000 GPS-Systeme mit sehr hoher Genauigkeit für die Allgemeinheit verfügbar wurden, nachdem diese Technik lange jahre dem US-amerikanischen Militär vorbehalten war, kam der Amerikaner Dave Ulmer auf die Idee, eine Kiste mit kleinen Gegenständen zu verstecken und die GPS-Koordinaten mit anderen zu teilen, die diese Kiste dann finden sollten – die Idee des Geocaching war geboren. Im Laufe der Jahre hat sich aus dieser recht simplen Idee eine große Community mit verschiedenen Spielprinzipien, einer Menge Mitglieder und diversen Verstecken auf der ganzen Welt gebildet.

    Die Idee und die Community

    Auch heute noch geht es beim Geocaching darum, eine versteckte Schatzkiste mithilfe von GPS-Koordinaten zu finden und dieses Finden zu dokumentieren. Es gibt “Cashes”, also Schätze, in verschiedenen Größen. Während einige nur ein Logbuch enthalten, in dem sich die diversen Finder mit ihren Geocaching-Spitznamen eintragen können, sind andere Caches größer und enthalten eine Menge Kleinkram, der vom Finder gegen anderen Kleinkram getauscht werden kann. Hierbei gilt in der Community das Prinzip “trade up, trade equal, or don’t trade”, sprich wer einen Gegenstand herausnimmt, sollte ihn gegen einen gleich- oder höherwertigen Gegenstand eintauschen – oder es ganz sein lassen. Die Geocacher organisieren sich meist über das Internet auf Portalen wie beispielsweise geocaching.org, bei dem die Cacher, die die Dosen verstecken, die Koordinaten, die Anleitung oder andere Hinweise veröffentlichen. Andere abenteuerhungrige Cacher können sich diese dann herunterladen oder ausdrucken und sich auf den Weg machen.

    Die Geocaching-Szene versucht, für Unwissende, die oft als “Muggel” bezeichnet werden, möglichst unauffällig zu sein. Oft pausieren Cacher ihre Suche, wenn Passanten vorbeilaufen, um diesen nicht zu zeigen, dass in einer unauffälligen Ecke ein Schatz liegt.

    Varianten und Spielformen

    Im Laufe der Jahre hat sich Geocaching zu einer vielseitigen Beschäftigung mit den verschiedensten Varianten entwickelt. Die einfachsten, anfängerfreundlichsten Cashes sind simpel – es werden Koordinaten angegeben, man findet diese mithilfe eines GPS-fähigen Gerätes und findet in der nahen Umgebung dieser Koordinaten den Cashe. Eine weitere Variante sind die sogenannten “Multi-Cashes”. Bei diesen findet man an den Anfangskoordinaten nur einen Hinweis, ein Rätsel oder Ähnliches, mithilfe dessen man dann die nächste Station finden kann. Diese Cashes können sehr komplex werden und bieten teilweise mehrere Stunden Unterhaltung. Je nach Gelände können Cashes auch manchmal schwer zu erreichen sein. An dieser Stelle kommt der sportliche Aspekt des Hobbys ins Spiel: für manch einen Cash muss man klattern, tauchen, im Wald graben oder Ähnliches. Auch sehr populär in der Community sind die “Mystery-Cashs”, bei denen bereits zu Anfang eine Menge Denkarbeit gefordert ist, bevor man überhaupt den Schatz oder die erste Station des Multi-Cashs erreichen kann. Der Fantasie der Cache-Ersteller sind praktisch keine Grenzen gesetzt, das Rätseln, Erkunden und Suchen sind Teil der Attraktivität des Hobbys.

    “Travel-Bugs” – Krimskrams reist um die Welt

    In einigen Caches lassen sich sogenannte “Travel-Bugs” auffinden, denen von ihrem Besitzer eine bestimmte Aufgabe auferlegt wurde. Den Standort dieser Gegenstände kann man über das Internet und die Logbücher nachvollziehen. Einige von ihnen haben bereits eine Reise durch ganz Deutschland oder gar einmal um den Globus vollzogen. Um diese Reisen zu ermöglichen, gibt es die sogenannten “TB Hotels”. Diese befinden sich in der Nähe von Knotenpunkten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Autobahnkreuzen. Hier kann ein anderer Reisender dann den Travel-Bug einsammeln und mit zu seinem Zielpunkt nehmen, um ihn hier wieder in einen anderen Cache zu legen und damit die Reise fortzuführen.

    Geocaching – das etwas andere Hobby. Aus dem technischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte hat sich hier ein vielseitiges Spiel entwickelt, das weltweit viel gespielt wird und mit jedem tag beliebter zu werden scheint. Wer Teil dieser Community werden möchte, dem stehen im Internet diverse Portale, Apps und Foren zur verfügung.

    Titelbild © Kaspars Grinvalds – shutterstock.com

    Categories: Allgemein

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